02/2019
Innovation im Zeitalter des Digitalen
Braucht Industrie 4.0 ein Design 4.0?



Produktions- und Entwicklungsprozesse, das Wettbewerbsumfeld und auch die Nutzeransprüche verändern sich durch die Digitalisierung grundlegend. Design wird dank neuer Methoden und Strukturen endgültig zum zentralen, agilen Innovationstool.

Es ist geradezu eine Binsenweisheit, dass Design Produkte verbessert und Herstellern den notwendigen Mehrwert schafft. Dafür zeigen alljährlich international renomierte Design Awards gute Beispiele aus dem Consumer- wie auch aus dem B2B-Bereich, Maschinen und Anlagen eingeschlossen. Kluges Design manifestiert sich auf unterschiedlichsten Ebenen, es verbessert das Handling und die Ergonomie, es steigert die Markenidentität von Produkt und Hersteller, initiiert neue Produktionsverfahren oder Werkstoffe, reduziert Herstellungs- und Betriebskosten. Professionellen Nutzern bietet sich so die Chance auf eine gesteigerte Wertschöpfung durch schnellere Wartung, direktere Bedienbarkeit und höhere Funktionalität. Ganz abgesehen davon, dass eine ästhetische Formensprache weiche Faktoren wie Motivation oder Identifikation unterstützt. Design ist wettbewerbsentscheidend, denn schlecht oder gar nicht gestaltete Produkte verkaufen sich nur mühsam. Die besten Effekte erzielt Design aber, wenn es so früh wie möglich in den Entwicklungsprozess einbezogen wird und nicht nur eine finale Hülle beizusteuern hat.

Design macht Prozesse agil
In Zeiten von Industrie 4.0 wird die zentrale Rolle strategischen Designs im Entwicklungsprozess noch gewichtiger, sofern es neu definiert und zielgerichtet implementiert wird. So hat der lineare Entwicklungsprozess mit definiertem Startbriefing und der schrittweisen Optimierung schon heute weitgehend ausgedient. Nicht, weil er sich in den vergangenen Jahrzehnten nicht bewährt hätte, sondern weil er die Tempo-Anforderungen nicht mehr abbilden kann. Innovationen müssen sehr viel schneller marktfähig sein als bisher. Nur so lässt sich im internationalen Wettbewerbsdruck bestehen. Agilität wird zum neuen Maß der Dinge, und zwar im gesamten Unternehmen, Partner und Zulieferer inklusive. Wettbewerber wird nicht mehr allein der etablierte Konkurrent sein, sondern globale Digital-Unternehmen wie Google und Amazon aber auch innovative Start-Ups. Oft kapitalreich ausgestattet, agieren sie frei von bremsenden Strukturen mit hohem Tempo und sind in der Lage, Märkte neu zu definieren. Die Disruption lässt grüßen. Die Beweglichkeit eines Systems lässt sich bekanntlich erhöhen, wenn man es verschlankt, von Ballast befreit. Sollte man daher auf das Design verzichten? Mitnichten, denn Design ist nicht nur eine Formfrage, sondern bringt weit mehr in den Entwicklungsprozess ein. Zum Beispiel neue Werkstoffe, neue Funktionalitäten und alternativeTechnologien: Design ist ein Innovationstool. Als fach- und branchenübergreifende Disziplin befeuert es Cross Innovationen, die Übertragung innovativer Ansätze aus einer Branche in die andere. Design fungiert als Impulsgeber mit breitem Wissen und dynamischem Spirit.

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Starker Innovationstreiber
Die Digitalisierung mit all ihren Chancen und Risiken verändert nicht nur die Industrie nachhaltig, auch das Design samt Designer und Designbüros müssen die neuen Anforderungen aktiv aufnehmen. Der Beitrag des Designs ist immer weniger nur ein gestalterischer, sondern ist strategisch relevant. Mehr denn je entstehen zukünftig die Werte eines Produktes, eines Services oder eines Systems lange vor der Formfindung. Und sie bilden auch jene datenbasierte Wertschöpfung ab, die die Industrie 4.0 oder das IoT kennzeichnen. Auf den ersten Blick abstrakt, ist dies auch ein wesentlicher Bestandteil von Produkten und sollte auch in deren Gestaltung Ausdruck finden. Design dient damit auch als Schnittstelle in die virtuelle Datenwelt.

Dinge mehrmals neu denken
Diese neue Designdienstleistung ist weiterhin kreativ, aber mehr denn je auch methodisch unterfüttert. Agilität bedeutet ein Mehr an Tempo, sowie auch ein flexibleres und kollaboratives Entwickeln. Damit der rasante Wandel ein Produktkonzept im Laufe der Entwicklungszeit nicht unbemerkt überholt und obsolet macht, bedarf es eines ständigen Abgleichs mit den Rahmenbedingungen, schneller Entscheidungen und der Fähigkeit, Dinge jederzeit nochmals neu zu denken. Pearl Creative entwickelt Prozesse, um diese Herausforderungen als Chancen einzubinden. Kern ist ein auf Innovationsanalyse trainiertes Mindset, das auf positiver Neugier, auf Empathie, Transferdenken und Open Solution basiert. Diese Methodik – bei Pearl Creative als Deep Ideation bezeichnet - ist teamorientiert, setzt auf Workshops, den Austausch und kurze Wege. Und: Pearl Creative ist in der Lage, die Methodik kundenspezifisch zu skalieren. Denn gerade KMU kommen mit überbordenden Methoden à la Design Thinking an ihre Grenzen. Pearl Creative arbeitet pragmatisch, realisierungsorientiert, aber mit der erforderlichen Offenheit für Ideen, Visionen und dem weiten Blick, der das Neue erst möglich macht.

Über die Autoren:
Tim Storti und Christian Rummel sind Gründungs-Partner der Strategie- und Designagentur Pearl Creative in Ludwigsburg bei Stuttgart. Beide sind Experten im Identifizieren von Kundenbedürfnissen und dem Schaffen einzigartiger Produkterlebnisse. Dabei haben sie stets die strategischen Ziele der Marke des Herstellers im Fokus.

Über die Agentur PEARL CREATIVE:
Pearl Creative hilft Unternehmen, die erfolgreichen Produkte von morgen zu entwickeln. „Wir sind Berater unserer Kunden bei der Entwicklung von Produktstrategien, Innovationstreiber, die quer und nach vorne denken, und Gestalter, die einem neuen Produkt seine perfekte Form geben“ sagt Christian Rummel. „Unsere Kunden unterstützen wir punktuell oder über den ganzen Entwicklungsprozess hinweg – von der ersten Idee bis hin zum zukunftsweisenden Produkt. Immer mit Blick auf Nutzer und Marke. Und stets mit dem Anspruch, einen Schritt voraus zu sein.“ Die Experten arbeiten für Start-Ups, Mittelständler und Konzerne und kombinieren breit gefächerte Markterfahrung mit langjährigem Design-Knowhow, mit erprobten Methoden und einem sicheren Gespür für Trends. "Strategie, Kreativität, Leidenschaft und der Mut, querzudenken, sind unsere Erfolgsfaktoren. So haben wir seit unserer Gründung im Jahre 2000 mehr als 80 nationale und internationale Auszeichnungen erhalten, darunter 2018 den German Innovation Award in Gold und 2019 den German Design Award in Gold," sagt Tim Storti. „Noch wertvoller sind uns die vielen langjährigen Beziehungen zu Kunden wie Bosch, Siemens, Kärcher, Brita, Alfi und WMF“, fügt er hinzu.